Autor: Stefan Barjaktarevic

Jerusalemer Bischof äußert sich zur Ukraine

Der Jerusalemer Erzbischof Theodosios Hanna hat sich zur Kontroverse bezüglich der möglichen Autokephalie der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche geäußert. In der Ukraine könne nur die Autorität des russischen Patriarchen akzeptiert werden und widerspricht somit dem Ökumenischen Patriarchen. Orthochristian.com berichtet.

Die Ukraine läge Kirchenrechtlich unter der Administration des Russisch-Orthodoxen Bischofs von Kiew, Onuphrij, und sei somit eine Angelegenheit des Patriarchats in Moskau, so Erzbischof Theodosios. Mit dieser Aussage widerspricht er dem ökumenischen Patriarchen Bartholomeos, der Im Juli erklärte, das Patriarchat in Kostantinopel habe die Jurisdiktion über die heutige Ukraine nie vollkommen abgetreten und läge somit bis heute bei ihm. Erzbischof Theodosios zweifelt diese Aussage an, die schon zuvor der Sprecher des Moskauer Patriarchats, Hilarion Alfeyew, wegen Mangel an historischen Quellen zurückwies. Zudem dürfe das ökumenische Patriarchat nicht in Verhandlung mit der ukrainischen Regierung treten ohne Moskau einzubeziehen, so Bischof Theodosios. „Ich hoffe, dass der Patriarch von Konstantinopel und die anderen Kirchenoberhäupter sich mit der Russisch-Orthodoxen Kirche koordinieren werden um Maßnahmen voranzutreiben, die diese ungesunde, inakzeptable und ungerechtfertigte Situation beenden“, führte er fort. (sb)

Koptischer Bischof von Mönchen ermordet

Ein Koptisch-Orthodoxer Mönch hat den Mord an Bischof Epiphanius gestanden. Unzufriedenheit mit der Politik des Kirchenoberhaupts soll das Motiv gewesen sein. Die Untersuchungen zeigen Spannungen in der koptischen Kirche auf.  CNA berichtet.

Wael Saad, so der weltliche Name des Hauptangeklagten, gestand, zusammen mit einem anderen Mönch den Bischof getötet zu haben. Der zur Beihilfe angeklagte Mönch wurde nach einem Selbstmordversuch in ein Krankenhaus in Kairo eingeliefert und befindet sich in Behandlung. Die Ermittlungen legen nahe, dass eine Kirchenpolitische Auseinandersetzung zum Mord geführt haben könnte. Saad wurde Anfang August aufgrund von „unangebrachten Verhaltens und Verstöße gegen die monastische Lebensweise“ aus dem St-Makarius-Kloster, dem Bischof Epiphanius als Abt vorstand, ausgeschlossen. Die Koptisch-Orthodoxe Kirche erklärt, die Entscheidung zu diesem Ausschluss wurde bereits vor dem Tod des Bischofs getroffen. Der Bischof stand aufgrund seiner Ökumene-Offenheit mehrfach in der Kritik von konservativen Kreisen, so auch von Saad. Unter Patriarch Tawadros II avancierte Bischof Epiphanius zum „Wortführer einer koptischen reformistischen Bewegung“, so Samuel Tadros, Politikwissenschaftler vom Hudson Institute. Die Bemühungen des Bischofs, den Dialog mit der Römisch-Katholischen Kirche zu verbessern, wurde von den konservativen Gläubigen als Affront gedeutet und sorgte nicht nur im St-Makarius-Kloster zu Kontroversen. Einige Klöster distanzieren sich von der „ökumenistischen“ Kirchenführung und lehnen beispielsweise die von Papst Tawadros II und Franziskus unterzeichnete Deklaration ab, die die gegenseitige Anerkennung der Taufe garantieren soll. Der Tod von Bischof Epiphanius läutet eine Phase der Neustrukturierung ein. Landesweit dürfen Klöster keine Novizen aufnehmen und Mönche wurden aufgefordert, jegliche unautorisierte Aktivitäten zu unterlassen, wie auch die Präsenz in den sozialen Medien einzudämmen. (sb)

Ägypten: Neue Klosterordnung nach Tod des Bischofs

Mit dem Tod eines Bischofs hat in Ägypten landesweit eine Umstrukturierung der koptischen Klöster begonnen. Unter anderem sollen für ein Jahr keine neuen Mönche aufgenommen werden. AP News berichtet.

Nach dem Tod von Bischof Epiphanius, Abt des St.-Makarios-Klosters, lies die Orthodoxe Kirche in Ägypten verkünden, landesweit für ein Jahr keine neue Mönche in ihre Klöster aufzunehmen. Darüber hinaus sollen alle Mönche ihre Benutzerprofile auf sozialen Medien löschen, da sie mit ihrem mönchischen Lebensstil nicht vereinbar seien. Jeder Mönch, der ohne Auftrag seines Klosters medial präsent zeigt, riskiere zudem, sich vor seinem Vorgesetzten verantworten zu müssen. Der Pressesprecher der Koptisch-Orthodoxen-Kirche, Boulis Halim, betonte, diese Änderungen haben nichts mit den Tod des Bischofs zu tun, sondern seien lediglich disziplinarische Maßnahmen, um das mönchische Leben zu festigen. Bischof Epiphanius stard Anfang dieser Woche und wurde in Anwesenheit des koptischen Patriarchen Papst Tawadros II beigesetzt. Die Umstände die zum Tod des Bischofs führten sind bislang ungeklärt. (sb)

Orthodoxe Kirche in der Ukraine feiert Christianisierung der Kiewer Rus

Tausende Gläubige der Russisch-Orthodoxen Kirche haben in Kiew eine Prozession zu Ehren der Taufe der Rus durchgeführt. Die Rus, die im 9. Jahrhundert ein gleichnamiges Reich in Osteuropa begründeten, werden als kulturelle Vorfahren der Russen und Ukrainer betrachtet. Radio Free Europe berichtet.

Die am 27. Juli stattgefundene Prozession wurde von der Moskautreuen Ukrainisch-Orthodoxen Kirche angeführt, um das Orthodoxe Erbe zu feiern und die Beziehung zu Russland zu fördern. Die Prozession wurde von Sicherheitskräften begleitet, da Drohungen von Gläubigen des Kiewer Patriarchats und nationalistischen Gruppierungen ausgesprochen wurden. Diese sehen die Prozession als politische Provokation seitens des Moskauer Patriarchats. Um demonstrativ gegen diese Provokation vorzugehen, wird am 28. Juli vom Kiewer Patriarchat eine weitere Prozession organisiert, die die ukrainische nationale Einheit stärken soll. Die Rus, welche im 9. Jahrhundert ein gleichnamiges Reich in Osteuropa begründeten und im 10. Jahrhundert, beginnend mit der Taufe des Großfürsten Wladimir, das Orthodoxe Christentum annahmen, sind Gegenstand der Identitätspolitik. Als historische und kulturelle Ahnen der Russen und Ukrainer werden die Rus oft politisiert, entweder um die Verwandschaft der Russen und Ukrainer zu betonen, oder mithilfe nationalistischer Rhetorik das Erbe nur einer Seite zuzuschreiben. (sb)

Versöhnung in der Äthiopischen Kirche

Die Äthiopisch-Orthodoxe Patriarchat hat Verhandlungen mit der äthiopischen Auslandskirche aufgenommen, die zu einer Wiedervereinigung führen soll. Abuna Merkurios, der Oberhaupt der Auslandskirche, könnte im Zuge dessen bald aus dem Exil zurückkehren. So berichtet Borkena.

Eine Göttliche Liturgie in Washington DC, welche diese Woche von Geistlichen beider Kirchen zelebriert wurde, stellte einen großen Akt der Versöhnung dar. Darüber hinaus wird Patriarch Merkurios äthiopischen Medien zufolge nächste Woche nach fast 30 Jahren aus dem Exil zurückkehren dürfen. Die Kirchen haben die gegenseitige Exkommunikation aufgelöst und eine Vereinigung der zwei Synoden wurde von kirchlicher Seite bestätigt. Die Neuigkeit wurde von äthiopischen Gläubigen weltweit mit Freude empfangen, es bleibt jedoch offen, wie so eine Wiedervereinigung konkret vollzogen wird und welcher Patriarch diese vereinte Kirche leiten wird.

Patriarch Matthias der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche treibt den Dialog mit der Auslandskirche voran um eine Kirchenunion zu ermöglichen. Nach dem Sturz der Kommunistischen Militärdiktatur in Äthiopien 1991, wurde der damals amtierende Patriarch Merkurios aufgrund vermeintlicher Nähe zum Regime von den Revolutionären entthront. Er floh in die USA und gründete dort eine Kirchensynode, die eine Opposition zum Patriarchat in Addis Abeba bildete. (sb)

Keralas Kirchen weiterhin unter Medienbeschuss

Eine Nonne aus dem indischen Bundesstaat Kerala hat von Missbrauchsfällen innerhalb der katholischen Kirche berichtet. Nach der kürzlichen aufsehenerregenden Verhaftung zweier orthodoxer Priester, steht nun auch die katholische Kirche der Region in der Kritik, Missbrauchsfälle zu vertuschen. Der Kardinal von Kerala machte gegenüber der Polizei widersprüchliche Aussagen. Gulf News berichtet.

Die in den letzten Wochen geführte Verhandlung um die Mutmaßliche Erpressung und Missbrauch einer orthodoxen Christin durch insgesamt 5 Priester beherrschte die Berichterstattung in Kerala. Nun kommt ein weiterer Fall zutage, diesmal aus der katholischen Kirche. Eine Nonne berichtet, sie sei regelmäßig Opfer von Nötigung seitens ihres Bischofs . Sie habe dies dem zuständigen Kardinal, George Alencherry, gemeldet, allerdings blieb eine Reaktion aus. Bei der Polizei verteidigte sich der Kardinal und behauptete, er habe von solchen Vorfällen nichts gewusst. Ein veröffentlichter Audiomitschnitt eines Telefonats zwischen der Nonne und Alencherry bewies das Gegenteil und befeuerte das wachsende Misstrauen der Bevölkerung gegenüber kirchlichen Institutionen. Kuriakose Kattuthara, ein örtlicher katholischer Priester wandte sich derweilen an die Medien und erklärte, dass dies kein Einzelfall sei. Schon zuvor berichteten ihm Nonnen von dem unangemessenen Verhalten des Bischofs, das in allen Fällen ungestraft blieb. (sb)

Gebeine der Zarenfamilie weiterhin Gegenstand von Kontroversen

Die nähernde hundertjährige Gedenkfeier der Ermordung der russischen Zarenfamilie hat eine alte Kontroverse über die sterblichen Überreste der Zarenfamilie neu entfacht. Die Kirche ist uneins ob die seit 1979 von der Regierung aufbewahrten Knochen als authentisch angesehen werden können. So berichtet Yahoo News, via Agence France-Presse.

1918, In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 wurde der russische Zar Nikolaus II und seine Familie von Bolschewiken ermordet. Die Kirche nimmt an, die Körper der insgesamt 11 Opfer wurden in einer Grube bei Ganina Jama im Uralgebirbe geworfen und kurz darauf verbrannt. Dort steht heute ein Klosterkomplex mit insgesamt 7 Kirchen. Allerdings wurden 1979 einige Kilometer entfernt Knochen entdeckt, die als die verschwundenen Leichen der Zarenfamilie identifiziert worden sind. Seit 1998 werden die Gebeine in der Peter-und-Paul-Kathedrale in St. Petersburg aufbewahrt, wurden aber auf geheiß des damals amtierenden Patriarchen Aleksei als „Unbekannte Verstorbene“ bestattet. In der Frage, ob es sich tatsächlich um die Zarenfamilie handelt oder nicht, ist die Kirche zwiegespalten. Kirchenautoritäten zeigen sich aufgrund „mangelnder Beweise“ agnostisch in der Authentizitätsfrage. Dies könne politische Gründe haben, so Roman Lunkin, Religionsethnologe an der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau. Er sieht darin seitens des Patriarchen eine Strategie, die konservativen Strömungen innerhalb der Kirche zu beschwichtigen. So wird er eine Prozession nach Ganina Jama anführen, den Ort, den die moderne Forensik als Grabstätte ausschließt. „Unter Patriarch Kirill wurde die Person des Nikolaus II zunehmend politisiert“, so Lunkin. Bereits in der Vergangenheit hat der russische Spielfilm „Matilda“, der den Zaren vermeintlich blasphemisch darstellt, zu Brandangriffen seitens fundamentalistischer Gruppierungen geführt, Orthodoxia-News berichtete. Von 1981 bis 2000 vollzog sich die Heiligsprechung der ermordeten Zarenfamilie in der Orthodoxen Kirche, jedoch ebenfalls nicht ohne Kontroverse. Die Russisch-Orthodoxe Kirche im Ausland  verehrt die Zarenfamilie als Märtyrer, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und getötet wurden. Das Patriarchat in Moskau bezeichnet sie dagegen vorsichtiger als „Strastoterpetsi“, Erdulder von Leidenschaften, die heiligmäßig die Torturen erduldeten, diesen jedoch nicht explizit aufgrund ihres Glaubens Opfer wurden. (sb)

Metropolit äußert sich zur katholischen Kommunionsfrage

Beim Jahresempfang des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats in Bonn hat Metropolit Augoustinos Verständnis für Kardinal Woelkis Position gezeigt, die Interkommunion nur in Ausnahmefällen zu erlauben. Das Verfahren, nicht-katholischen Ehepartnern die Kommunion zu gewähren solle nicht Standard werden. So berichtet Domradio.

Laut Woelki sei es nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt, dass evangelische Ehepartner die Kommunion empfangen dürfen. Er betont zudem, dass solche Ausnahmefälle kein Standard werden sollen. Woelki wird in dieser Meinung von den Bistümern Bamberg, Augsburg, Regensburg und drei anderen Episkopen unterstützt. Diese positionieren sich gegen die Mehrheit der deutschen Bischöfe, die in einem noch unverbindlichen Schreiben bereits die Interkommunion befürworteten. Dagegen haben Magdeburg und Erfurt bereits die Kommunion für evangelische Ehepartner geöffnet. Das Schreiben der Bischofskonferent sollte als Handreichung offiziell verabschiedet werden, wurde jedoch Anfang Juni vom Vatikan zurückgewiesen. In Rom dauern die Beratungen noch an. Derweilen sollen Bischöfe einzeln für ihre jeweilige Diözese entscheiden, wie sie die Interkommunion handhaben wollen. Das von der Bischofskonferenz veröffentlichte Dokument dient dabei als Orientierungshilfe. Bis zu einer Endgültigen Einigung soll dies nicht als offizielles Verfahren der Katholischen Kirche, sondern eine vorläufige Kompromisslösung betrachtet werden. (sb)

Slowakei gedenkt den Heiligen Kyrill und Method

Im 9. Jahrhundert hat der Fürst von Großmähren die Missionarsbrüder Kyrill und Method aufgefordert, sein Volk im christlichen Glauben zu unterweisen. Heute feiert die Slowakei, die sich als Nachfolgestaat des Mährerreiches versteht, die Ankunft der zwei Brüder, die von der Kirche als Apostelgleiche verehrt werden. The Slovak Spectator berichtet.

Jedes Jahr am 5. Juli organisiert die Römisch-Katholische Diözese von Nitra traditionelle Feste und Pilgerfahrten zu Ehren der Heiligen Kyrill und Method. Die Slowakei, die sich als kulturelles Erbe des einstigen Mährerreich betrachtet, würdigt die Heiligen, die in ihrem Land gelebt und gewirkt haben. Auf dieses Erbe wird auch in der slowakischen Verfassung Bezug genommen und in der Rede von Papst Johannes Paul II, der Kyrill und Method als Schutzheilige Europas und der Slowakei. Die Heiligen kamen aus dem Orthodoxen byzantinischen Reich, das Land ist jedoch heute mehrheitlich Katholisch geprägt. Der Archäologe Vladimir Turcan führt dies auf ihre diplomatischen Bemühungen zurück, die ein positives Verhältnis mit Rom hervorbrachten. (sb)